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Willkommen in Neutraubling
Neutraubling aus der Vogelperspektive

Bürgerversammlung 2017

30.11.2017 Bürgermeister Heinz Kiechle lud alle Neutraublinger Bürger herzlich zur diesjährigen Bürgerversammlung ein und gab ihnen damit die Gelegenheit, sich über das Geschehen in ihrer Stadt zu informieren.


Überblick über die Finanzen der Kommune

Im „Pflichtteil“ informierte der Bürgermeister über die Finanzen und Einrichtungen der Stadt Neutraubling. Der diesjährige Gesamthaushalt umfasst ein Volumen von 62,401 Millionen Euro und  übertrifft den bisherigen Rekordhaushalt aus dem Jahre 2016 nochmals um 2,475 Millionen Euro. Er ist damit der höchste Gesamthaushalt der Stadtgeschichte. Das Volumen des Verwaltungshaushaltes ist gegenüber dem Jahr 2016 um 7,24 Prozent auf 38,030 Millionen Euro zurückgegangen. Der Vermögenshaushalt weist mit 24,371 Millionen Euro einen Anstieg um 28,77 Prozent zum Vorjahr auf.

Ende des Jahres könne die Stadt voraussichtlich auf eine Rücklage in Höhe von 26,42 Millionen Euro zurückblicken. Der Schuldenstand von 5.112 Euro blieb gleich. Dieser Restbetrag stammt noch von einem auslaufenden Darlehen, muss aber nicht zurück bezahlt werden. Das macht eine verbleibende Pro-Kopf-Verschuldung von 0,37 Euro pro Neutraublinger. Seit dem Jahr 2002 hat die Stadt keine Schulden mehr aufgenommen, ab dem Jahr 2020 ist eine Neuverschuldung per Gesetz verboten.

Die Stadt hat auch in diesem Jahr viel investiert. Die größten Investitionsposten waren die Bebauung des ehemaligen Förderschulgeländes nach Wettbewerb mit Grundschule, Mensa, Kinderhort, Kulturhaus und Tiefgarage (29,40 Mio. €), die Neugestaltung des St. Michael-Platzes mit Stichstraßen (6,54 Mio. €), die Errichtung des Stadtparks nach Wettbewerb (4,1 Mio. €), die Umgestaltung des ehemaligen TSV-Geländes (ca. 1,2 Mio. €), die Errichtung des Kreisverkehrs Ostumgehung/Birkenfeld (0,8 Mio. €), der Ausbau der Troppauer Straße (0,7 Mio. €), der Ausbau der Südumgehung um eine Linksabbiegespur (0,52 Mio. €), die Sanierung der Wasserleitung in der Eichendorffstraße (0,32 Mio. €) sowie die Sanierung der Uhlandstraße (0,18 Mio. €). Für verschiedene Grunderwerbe wandte die Stadt 2,2 Millionen Euro auf.

Ein Ausblick auf die größten vorgesehenen Investitionen: der Neubau eines Hallenbades (12 Mio. €), die Schaffung von Mietwohnungsraum (3,1 Mio. €), die Sanierung des Sanitärbereichs der Mittelschulturnhalle (1,5 Mio. €), die Sanierung des Friedhofs (Erd-, Pflaster-, Kanalbau, Wasserleitungen) (ca. 1,2 Mio. €), die Sanierung des sogenannten Troiber-Baus der Grundschule (1,15 Mio. €), die Erschließung des E-Schulen- und Hallenbadgeländes (0,8 Mio. €), die Erneuerung der EDV-Verkabelung der Mittelschule (0,41 Mio. €), die Sanierung der Industriegleisbrücke (0,25 Mio. €), die Sanierung der Erzgebirgstraße (0,24 Mio. €) und viele andere kleinere Maßnahmen.

Je zwei städtische Kinderkrippen und Kindergärten, ein Kinderhort, der Jugendtreff, die städtische Musikschule, Bücherei, Hallenbad, Industriegleis und das Bürgerzentrum – alles das unterhält die Stadt mit entsprechenden laufenden Kosten. Diese werden anders als oft vermutet, bei weitem nicht zu hundert Prozent auf die Nutzer umgelegt. Die Stadt unterstützt bei Bedarf auch die wertvolle Einrichtung der Sozialstation (41.081 Hausbesuche). Zudem unterhält die Stadt 23 Kinderspielplätze und 2 Bolzplätze.

Die größten Fehlbeträge schultert die Stadt bei den Kindertageseinrichtungen und Kinderhort (insgesamt 2,176 Mio. €), bei Hallenbad (0,738 Mio. €) und Bücherei (0,140 Mio. €) mit den seit langem unverändert günstigen Einsatzpreisen, beim Jugendtreff (0,465 Mio. €) und der Musikschule (0,310 Mio. €). Beim Bürgerzentrum mit Stadthalle beträgt das Defizit 0,511 Millionen Euro, bei der Gleisanlage 0,174 Millionen Euro. An der Mittelschule werden 223 Kinder in 11 Ganztagsklassen betreut, bei der Grundschule gibt es derzeit einen Ganztagszug mit 86 Kindern. Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Stadt mit ihren Einrichtungen gut aufgestellt ist.


Rückblick und Ausblick

Im Bereich Bildung, Schulen, Kindertagesstätten gibt es Fortschritte, so sind die Bauarbeiten der Grundschule und des neuen Kulturhauses weiter in vollem Gange. Im Augenblick arbeitet die Baufirma mit Hochdruck an der Fortführung der Rohbauarbeiten, nachdem die zeit- und arbeitsaufwändige Tiefgarage fertig gestellt wurde. Die Städt. Sing- und Musikschule und der Städt. Kindergarten Sausewind feierten heuer beide 25jähriges Jubiläum. Die Musikschule bezieht nach Fertigstellung des Kulturhauses erstmals in ihrer Geschichte ihren eigenen Neubau. Nach 25 Jahren steht dem Kindergarten Sausewind voraussichtlich in naher Zukunft eine Renovierung ins Haus. Am Rande des Baugebiets „Am Kleinfeld“ soll ein weiterer Kindergarten entstehen. Die neue Einrichtung soll im Hinblick auf die Neutraublinger Geburtenzahlen und den kommenden Erstbezug der neuen Baugebiete die zwei städtischen Kindergärten entlasten und zusätzliche Betreuungsplätze schaffen. Doch auch in bestehende Plätze wurde investiert. Der Kinderspielplatz an der Aussiger Straße wurde rundum saniert und in die Jahre gekommene Spielgeräte wurden ausgetauscht. Nach dem Winter wird der Spielplatz wieder geöffnet.

Zum Themenbereich Straßen, Wege, Verkehr nannte der Bürgermeister den neu errichteten Kreisverkehr an der Ostumgehung/Birkenfeld/Mintrachinger Straße, die Sanierung der Wasserleitung in der Eichendorffstraße und die Sanierung der Uhlandstraße. Bei letzterer wurde vor allem an die Senioren gedacht, denen das unebene Kopfsteinpflaster zur evangelischen Kirche, der Stadthalle oder dem Ärztehaus Schwierigkeiten bereitete. Ebenso zur Sprache kam die sog. Nordspange – eine mögliche Anbindung für den nördlichen Ortsbereich. Hier besteht aber wegen des Autobahnausbaus,  welcher im März 2018 mit dem Umbau zweier Neutraublinger Brücken beginnt, kein Zwang oder Eile. Handlungsbedarf besteht dagegen beim Steinäckerweg, damit die Befahrbarkeit für Feuerwehr und Rettungsdienst gesichert ist. Den Themenbereich abschließend befragte Bürgermeister Kiechle die Besucher der Versammlung zu der Notwendigkeit weiterer Nachtbusse des RVV. 

In den Bereichen Bauvorhaben, Städtebauliche Erneuerung, Umwelt, Naherholung hat sich ebenfalls viel getan. Von 30 Parzellen des Baugebiets „Birkenfeld Süd-Ost“ wurde die Hälfte der beantragten Wohnhäuser bereits fertiggestellt und bezogen. Der Bebauungsplan „Am Kleinfeld“ befindet sich aktuell in der zweiten Auslegung bis 22.12.2017. Das Büro der VMAX Familienstiftung eröffnet voraussichtlich Ende des Jahres. Alle Anträge für die 66 Bauparzellen sowie 7 Punkthäuser des Baugebiets „Heising II“ wurden im Genehmigungsfreistellverfahren eingereicht und die Arbeiten laufen für den geplanten Bezug der ersten Wohnhäuser 2018. Die frühzeitige Auslegung des Bebauungsplans „An der Reitbahn“ hat bereits stattgefunden. Der Stand des Bebauungsplans „Südlich des Moosgrabens“ für den Neubau einer E-Schule und eines Hallenbades blieb unverändert. Ende Dezember wird die Planung des Hallenbades mit der Auswahl eines Architekten konkreter. Für den Bebauungsplan „Kastanienallee“ werden aktuell ein Schallgutachten und ein Bebauungsplanvorentwurf erstellt. Der Stadtgarten an der Geschwister-Scholl-Straße wurde Ende Oktober fertiggestellt und der Stadtpark an der Haidauer Straße wird noch bis zum Winter bepflanzt, ein im Park an der Straße entlanglaufender Gehweg sowie eine Querungshilfe befinden sich im Bau. Ebenso wurde mit der Erschließung des Guggenberger Sees durch den Naherholungsverein begonnen.

Den Bereich öffentliche Sicherheit und Ordnung betreffend nannte der Bürgermeister die Beschaffung eines neuen Wechselladerfahrzeugs (WLF-K) mit Atem- und Strahlenschutzcontainer und Verkehrssicherungsanhänger (VSA) für die Freiwillige Feuerwehr sowie die Beschaffung einer neuen Kehrmaschine für den Bauhof. Ebenso wies er auf die Sauberkeit und Ordnung in Neutraubling hin.

In den Bereichen Kultur, Vereine, Veranstaltungen war auch heuer wieder Vieles für Groß und Klein geboten. Ein abwechslungsreiches Kulturprogramm für Kinder, Senioren, Musik-, Kunst- oder Kabarettliebhaber in der Stadthalle, im Rathaus oder Open-Air sorgt für abwechslungsreiche Unterhaltung. Zu dem Jugendforum im Jugendtreff wurden 881 Jugendliche im Alter von 12-17 Jahren eingeladen und zu ihrer Meinung befragt. Auch die Vereine spielen im Neutraublinger Kulturleben eine tragende Rolle. So wurden beispielsweise wieder erfolgreich die Stadtmeisterschaft der Bahnengolfer sowie der TSV Firmen-Cup ausgetragen. Ebenso arbeitet die Stadt gerne mit den Vereinen zusammen und organisiert in Kooperation Veranstaltungen wie das Maibaumaufstellen und das Sonnwendfeuer mit den Landsmannschaften, den Volkstrauertag und eine Seniorenfahrt nach Deggendorf mit dem VdK, den Kinderbaum mit anschließender Verköstigung auf dem OGV Blumenbasar und das Jubiläumskonzert des Musikförderkreises im April 2018. Die Schwimmdisziplin des Triathlons Challenge Regensburg fand auch heuer wieder am Guggenberger See statt. Das Volksfest sorgte 4 Tage lang für fantastische Stimmung und eine belebte Festwiese. Im kommenden Jahr finden ein Kinder- und Jugendfest auf der Festwiese am See und ein Piazza Fest am neugestalteten St.-Michael-Platz statt. Zum Jahresschluss wurde und wird es wieder romantisch: Unser schöner Christkindlmarkt auf dem Rathausplatz sorgt für vorweihnachtliche Stimmung und die Christbaummeile entlang des Schlangenbaus in der Sudetenstraße lässt im Dezember bis Weihnachten jeden Tag ein neues Bäumchen erhellen.

Ein großer Dank für ihr soziales Engagement gilt allen, die sich zum Wohle ihrer Mitbürger in den verschiedensten Einrichtungen engagieren: Egal ob bei der Tafel, die heuer 10jähriges Jubiläum feierte, Kleiderkammer, Bürgerhilfe, oder in der Sozialstation; alle leisten großartige Arbeit. Nicht zu vergessen sind hierbei auch diejenigen, die das Vereinsleben aufrechterhalten sowie die beiden Kirchengemeinden.

Im Bereich diverses Aktuelles informierte der Bürgermeister über die seit Mitte August geschlossene Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge sowie den Bombenfund in der Mintrachinger Straße am Tag der Versammlung. Dafür wird die Evakuierung von rund 2.000 Bürgern im Umkreis von 500 Meter der Fundstelle erforderlich. Im Zuge der Untersuchung des Baugebiets „Am Kleinfeld“ wurden bisher ca. sechzehn kleine und eine große Bombe gefunden.


Der Bürgermeister endete mit dem Wunsch für die ganze Bürgerschaft, den Ratsch über den Zaun trotz der sozialen Medien nicht aussterben zu lassen.

Neben der jährlichen Bürgerversammlung lade die Stadt bei konkreten Einzelvorhaben die jeweils betreffenden und interessierten Bürgerinnen und Bürger ein. Dies sei heuer beispielsweise der Fall gewesen bezüglich des Bebauungsplanes „Am Kleinfeld“.

Für Fragen und Anliegen der Bürger standen nach dem offiziellen Teil wieder Mitarbeiter des Rathauses aus verschiedenen Ämtern zur Verfügung. In der öffentlichen Diskussion und auch nach der Veranstaltung nutzten einige Personen die Gelegenheit, ihre Anliegen anzubringen. Themen waren u. a. die Zukunft des Ästeplatzes, der im nächsten Jahr dem Autobahnausbau weichen muss. Kritisiert wurde hier, dass „unvernünftige“ Zeitgenossen nicht nur unzulässiges Grüngut, sondern sogar Hausmüll oder Bauschutt dort ablagern. Angesprochen wurde auch die Weganbindung von der Gärtnersiedlung nach Regensburg. In einem weiteren Redebeitrag plädierte ein Bürger für die Aufwertung des Guggenberger Sees mit einem Radweg. Die Bügel zum Schutz der Bäume auf dem St.-Michael-Platz, die unfallträchtig seien, lasse der Bürgermeister nochmals überprüfen, erklärte er auf entsprechende Nachfrage.

Kategorien: Städtische Veranstaltungen, Rathaus

Rund 80 Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung des Bürgermeisters